Du möchtest etwas gegen den Klimawandel unternehmen, arbeitest gerne im Team und hast so viel Spaß am Forschen, dass du das auch in den Ferien tun würdest? Dann könnte dich der 2°Campus interessieren.

Der 2°Campus ist eine Schülerakademie für Schüler zwischen 15 und 19 Jahren, die gerne forschen und sich für den Klimaschutz einsetzen wollen. Du hast dort die Möglichkeit, von bekannten Wissenschaftlern in das Thema Klimaschutz eingewiesen zu werden, mit ihnen zu diskutieren, selbst zu forschen und viele nette andere Jugendliche zu treffen. Am Schluss kannst du deine Forschungsergebnisse vor einem großen Publikum vorstellen.

Die Akademie, die durch den WWF organisiert wird und unter anderem von der Robert Bosch Stiftung unterstützt wird, ist aufgeteilt in drei Blöcke: Im ersten Block (Frühling – etwa eine Woche) in Berlin hörst du interessante Vorträge von bekannten Wissenschaftlern zu den Themen Klima und Klimaschutz. Außerdem lernst du die anderen Teilnehmer kennen, du wählst dein Forschungsfeld und entwickelst deine Forschungsfrage für den Sommerblock. Dabei kannst du dich zwischen den Themen Mobilität, Ernährung, Energie und Wohnen entscheiden. Es ist also für jeden etwas dabei.
Im zweiten Block (Sommer – etwa 2 Wochen) fährst du dann mit deiner Forschungsgruppe, die aus etwa fünf Leuten besteht, zu einer der Partneruniversitäten und forschst dort mit den jeweiligen Wissenschaftlern an eurer speziellen Frage. Im zweiten Teil des Sommerblocks treffen sich dann wieder alle Gruppen in Berlin, werten ihre Ergebnisse aus und tauschen sich mit den anderen Gruppen aus. Zudem werden Exkursionen unternommen.

Im dritten und letzten Block (im Herbst – etwa eine Woche) könnt ihr eure Forschungsergebnisse vorstellen und noch einmal mit Experten diskutieren. Anschließend lernt ihr auch noch das Alumni-Netzwerk (Ehemaligen-Netzwerk) kennen, durch das ihr auch nach der 2°Campus-Zeit noch in Kontakt bleiben und euch treffen könnt.

Abgerundet wird das Programm durch viele neue Freundschaften, gutes Essen, ein paar Exkurse (im letzten Jahr zum Beispiel durch Improvisationstheater) und ganz viel Spaß.

Die Grundlage des 2°Campus und gleizeitig der Namensgeber ist eine Studie des WWF (Modell Deutschland – Klimaschutz bis 2050. Vom Ziel her denken), nach welcher die Treibhausgasemissionen um 95 % gesenkt werden müssen, um den Klimawandel im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf 2° Celsius zu begrenzen.

Infos
Teilnahmebedingungen:
Alter: zwischen 15 und 19 Jahren
Interessen: Forschen, Klimaschutz
Außerdem benötigst du: Teamfähigkeit und die Bereitschaft, in den Ferien zu forschen und etwas Neues zu lernen, Zeit für alle drei Blöcke
Die Teilnahme ist bis auf die An- und Abreise kostenlos.
Bewerben kannst du dich ab dem 15. September 2015.
Im Netz // www.2-grad-campus.de

Johannas Bericht vom Camp

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Dieses Jahr habe ich selbst die Chance, am 2°Campus teilzunehmen. Im ersten Block ist bereits sehr viel passiert: Eine Woche lang konnte ich die anderen Teilnehmer kennenlernen, Vorträge hören und mich dann am Schluss für ein Forschungsfeld sowie mit meiner Forschungsgruppe zusammen für eine Forschungsfrage entscheiden, an der wir im Sommerblock forschen werden.

Alle Teilnehmer, Teamer und Mentoren verstanden sich sofort super, sodass wir konzentriert den spannenden und motivierenden Vorträgen über Klima, Klimawandel und Arktisexpeditionen zuhören konnten. Dabei wurden wir immer wieder aufgefordert, Situationen nicht nur als gegeben hinzunehmen, sondern sie auch zu hinterfragen, weil nur so Veränderungen erfolgen können. Anschließend konnten wir über das Gehörte diskutieren. An Praxisbeispielen wurde uns gezeigt, wie Unternehmen bereits klimafreundliche Systeme umsetzen und so nachhaltige Ideen für die Zukunft aufzeigen. Dann wurden uns die Forschungsfelder vorgestellt und wir teilten uns auf diese auf. In diesen Forschungsgruppen halfen uns wissenschaftliche Mentoren, eine Forschungsfrage zu finden. Meine Forschungsgruppe (Mobilität) entschied sich nach einer kurzen Einweisung zur Funktionsweise von Akkus für die Forschungsfrage „Kann man die Umweltfreundlichkeit von Akkus für Elektroautos durch die Verwendung von recycelten Plastiktüten oder Pappe als Anodenmaterial verbessern?“ Nach dieser Entscheidung war der erste Block auch schon fast zu Ende. Wir tauschten uns mit den anderen Gruppen aus und konnten jeder ein Fazit abgeben. Um der Forschungsfrage im Sommer nachgehen zu können, blieben wir in der Zeit bis zum 2. Block in Kontakt und informierten uns genauer über Akkus, Elektromobilität und die sogenannten Carbon Spheres, die wir aus den Plastiktüten herstellen wollen, damit wir diese weiterverwenden können.

2Grad__johanna_campMeine Highlights des ersten Blocks waren zum einen das starke Teamgefühl, dass sich schon am ersten Abend entwickelte, und zum anderen der unglaublich anschauliche und motivierende Vortrag von Professor Latif. Er ist ein Ozeanologe und arbeitet am GEOMAR in Kiel. Bei dem Vortrag hat er uns sehr eingängig – teils ernst, teils aber auch mit lustigen Pointen – erklärt, welche Daten über den Klimawandel als gesichert gelten. Außerdem hat er uns an anschaulichen Szenarien gezeigt, was passiert, wenn wir so weiter machen wie bisher, aber auch, dass es noch möglich ist, den Klimawandel stark einzudämmen. Am Schluss konnten wir noch Fragen stellen, die alle ausführlich und und verständlich beantwortet wurden. Der Vortrag hat uns so stark motiviert, dass eine Freundin vom 2°Campus Professor Latif sogar um ein Autogramm gebeten und selbstverständlich auch eins bekommen hat.

Fotos: WWF / Arnold Morascher