Jugendbildungcamp nach langem Tauziehen als Versammlung zugelassenDas Jugendbildungscamp „camp for [future]“ der BUNDjugend wurde nach langem Tauziehen von der Versammlungsbehörde in Kerpen-Manheim zugelassen. Die Jugendorganisation BUNDjugend hatte als Veranstalter monatelang nach einem Ort für das Camp gesucht, von den Kommunen jedoch stets Absagen erhalten. Zuletzt hatte die BUNDjugend das Camp als Versammlung auf der Festwiese in Kerpen-Buir angemeldet. Darauf folgte die Absage der Versammlungsbehörde. Nun wurde die Versammlung von der zuständigen Behörde nach Kerpen-Manheim verschoben.
„Wir sind erleichtert, dass uns über den Weg der Demo-Anmeldung nun eine geeignete, alternative Campfläche in Kerpen-Manheim angeboten wurde, unser Durchhaltevermögen hat sich am Ende gelohnt.“ sagt Malte Stocker vom camp for [future]. „Es ist jedoch erschreckend, dass Kommunen der Jugendarbeit derartig Steine in den Weg legen und uns trotz hoher Kooperations- und Gesprächsbereitschaft die gewünschte Fläche in Buir verwehrt wurde.“

Die BUNDjugend konstatiert, dass sich das ohnehin schwierige politische Klima für den Klimaprotest in der Region um die Tagebaue nach G20 weiter verschlechtert habe. Stimmen aus Politik und Medien hätten eine ähnliche Situation wie in Hamburg auch für das Rheinische Braunkohlegebiet heraufbeschworen und somit versucht, Protest über einen Kamm zu scheren, zu kriminalisieren und Ängste schüren. „Die aufgeheizte Stimmung spürten wir deutlich bei der Bevölkerung vor Ort, selbst der Bürgermeister von Kerpen spielte mit einem Facebook-Post auf die Situation in Hamburg in Verbindung mit unserem Jugendcamp an“, so Stocker.
Derlei Unterstellungen kann Malte Stocker nicht nachvollziehen: „Die BUNDjugend ist ein gemeinnütziger Verein und anerkannter Jugendverband. Das Camp wird durch öffentliche Gelder gefördert. „Alleine schon deswegen sind wir weit entfernt von etwaigen ‚Krawallmachern‘,“ so Stocker.
Dialog und der direkte Austausch mit den Bürger/-innen vor Ort sind ein zentrales Ziel der Veranstalter. Durch die Verlegung des Camps in ein größtenteils umgesiedeltes Dorf wird dieses Vorhaben erheblich erschwert, doch Stocker zeigt sich optimistisch: „Wir freuen uns auf das Camp und bemühen uns weiterhin um den Kontakt mit den Menschen vor Ort.“ So Stocker und lädt die Bürger/-innen der Region herzlich ein, zum Camp zu kommen. Besonders zu den Podiumsduiskussionen wie beispielsweise am 20.08. um 20:00 Uhr zum Thema: „Was kommt nach der Braunkohle? Und wie wird der Weg dorthin gerecht?“

Hintergrund
Das camp for [future] findet als Teil der Klimaaktionen von 18. bis 29. August im Rheinland statt und ist diesen Sommer der Ort für junge Menschen ab 16 Jahren, die sich für vielfältige Zukunftsthemen interessieren, spannenden Lösungsansätze kennen lernen und gemeinsam mit viel Spaß selbst für den Klimaschutz aktiv werden wollen. Vorwissen wird nicht vorausgesetzt. Die Teilnehmenden erwartet ein buntes Programm an theoretischen und praktischen Workshops, Partys und Konzerten sowie gemeinsame Demos und Aktionen gegen den Klimakiller Braunkohle und für den Klimaschutz. Träger des camp for [future] ist die BUNDjugend.

Infos: https://www.campforfuture.de/