Schon mit acht Jahren entdeckte der heute 17-Jährige seine Leidenschaft fürs Jonglieren. Danach legte er eine rasante Karriere hin. Von Las Vegas über New York bis zu uns nach Deutschland zeigt Ty Tojo sein Talent. Zirkuskinder können dabei natürlich nicht wie jedes Kind öffentliche Schulen besuchen. Sie werden unterwegs von einem Privatlehrer unterrichtet oder besuchen die Schule für Zirkuskinder. Ty Tojo bekam Hausunterricht und schloss die Schule mit 15 schon zwei Jahre vor der Regelzeit ab. a52 hat das junge Talent zu seiner großen Leidenschaft für den Zirkus befragt.

a52 // Wie kam dir die Idee, so früh mit dem Jonglieren anzufangen?
Ty Tojo // Ich habe so früh angefangen, weil ich nach der Schule nichts anderes zu tun hatte, als fernzusehen und dämliche Spiele zu spielen. Zu dieser Zeit schlug mir mein Stiefvater vor, immer eine Stunde zu jonglieren und eine Stunde fernzuschauen. Dies tat ich dann für ein paar Monate. Schnell begann ich das Jonglieren zu mögen.

Was machen deine Eltern beruflich? Sind sie ebenfalls im Zirkus tätig?
Momentan ist meine Mutter meine Managerin und kümmert sich um all die Dinge hinter dem Jonglieren. Mein Vater arbeitet für eine Versicherung in Las Vegas.

Vermisst du manchmal die sozialen Kontakte, die du haben würdest, wenn du eine öffentliche Schule besucht hättest?
Ja! Manchmal wünschte ich, ich wäre wie jedes normale Kind auf eine öffentliche Schule gegangen. Aber ich schätze all die Vorteile, die man hat, wenn man überall auf der Welt arbeitet und neue Leute kennenlernt.
Was machst du in deiner Freizeit?
Wenn ich nicht arbeite, versuche ich, jeden Tag drei bis vier Stunden zu trainieren. In der Zeit, in der die Shows stattfinden, übe ich zwischen oder nach den Zirkusvorstellungen. In meiner Freizeit lerne ich gerne neue Dinge wie eine Sprache oder eine neue Fertigkeit.

Was magst du am meisten an deinem Job? Was ist der Reiz für dich?
Ich mag es sehr, das Publikum zu unterhalten. Außerdem habe ich Spaß daran, mit den Leuten aus dem Zirkus zusammenzuarbeiten und mich mit ihnen anzufreunden. Das sind für mich die zwei besten Dinge an dem Job.

Warum hast du dir den Circus Roncalli ausgesucht und hast damit gewählt, so weit von deiner Heimat entfernt zu leben?
Ich habe mir den Circus Roncalli ausgesucht, weil es ein erstaunlicher und großartiger Zirkus ist. Das Zelt ist schön und alle Mitarbeiter sind sehr freundlich. Es ist mir ziemlich egal, so weit weg von zu Hause zu sein, da alle meine Freunde andernorts auf der Welt leben. Ich habe nicht mal Freunde in Las Vegas.

Wolltest du jemals etwas anderes machen?
Ich kann mir nicht vorstellen, etwas anderes zu machen, weil ich diesen Job mache, solange ich mich erinnern kann. Ich hoffe, ich kann weitermachen, bis ich in Rente gehe.

Hast du einen Tipp für Jugendliche, die Artisten im Zirkus werden möchten?
Ich denke, der beste Tipp ist, jeden Tag hart zu trainieren, bis man großartig ist in dem, was man tut. Wenn ein Teenager Artist werden möchte, empfehle ich, einen Trainer aufzusuchen oder eine Zirkusschule zu besuchen. Nur so kann man besser werden in dem, was man leidenschaftlich gerne macht.

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Vom 26. Mai bis 19. Juni gastiert der Circus Roncalli in Düsseldorf.
www.roncalli.de

Foto: Birgit Franchy