Was will ich später einmal werden? Diese Frage stellt sich irgendwann jeder einmal. Als Kind träumt man davon Feuerwehrmann oder -frau zu werden. Manche möchten vielleicht ein Polizist sein oder doch lieber Tierärztin. Was man später einmal werden will, ändert sich dann noch einige Male. Aber irgendwann wird es konkret. Spätestens, wenn der Schulabschluss bevor steht.
Um den Jugendlichen die vielfältigen Berufsfelder näher zu bringen, veranstaltet die RWTH Aachen seit 2009 jedes Jahr den Erstinfotag, seit 2015 sogar als „alternative Berufserkundung“ in der StädteRegion Aachen anerkannt. Die Schüler der Klassen 8 bis 10 aller Schulformen sind dazu eingeladen die Berufsfelder der RWTH zu erkunden.
Diana Küpper ist seit 2012 mit der Organisation des Erstinfotages betreut. Sie erklärt, wie der Tag abläuft: „Die Berufsfelderkundung ist für die Schüler der 8. Klassen Pflicht. Hier bei uns können die Schüler an verschiedenen Stationen Stempel sammeln, bis zu zwanzig Stempel können so erarbeitet werden. Wer mindestens vier Stempel auf seinem Teilnahmeschein hat, bekommt am Ende den Abschlussstempel und hat somit das Pflichtmodul „Berufserkundung“ erfolgreich absolviert.“
Die Berufsfelderkundung gehört zu der Initiative „Kein Anschluss ohne Abschluss“ des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW. Ab der 8. Klasse sollen die Schüler zunächst herausfinden, wo ihre Stärken und Interessen sind, dazu wird ein Berufswahlordner angelegt, wo die Schüler alles sammeln können, was sie über sich selbst gelernt haben und über interessante Berufe. Die Berufsfelderkundung ist dann der nächste Schritt. Die Schüler können dabei tiefer in die Berufe hinein schnuppern. Das geht zum Beispiel beim Erstinfotag der RWTH oder auch in manchen Betrieben. Danach sollen Praktika folgen, um so nach dem Abschluss den richtigen Beruf wählen zu können, ob Studium oder Ausbildung.
Viele Schüler, die mit dem Abitur die Schule abschließen, interessieren vor allem für das Studienangebot der RWTH. Wie Cara, Elisabet und Franziska vom Gymnasium St. Leonard. Die drei Freundinnen gehen in die 9. Klasse und möchten sich vor allen Dingen über den Studiengang Psychologie informieren. Wer sich in der Frage der Berufswahl noch nicht so sicher ist, kann sich den Vortrag „Woher weiß ich, was ich werden will?“ anhören, angeboten von der zentralen Studienberatung der RWTH. Cara, Elisabet und Franziska gehen jetzt rüber zum Infostand vom Institut für Psychologie. Hier können sie sich von 9:00 bis 14:00 Uhr beraten lassen und außerdem einen der Stempel sammeln.
Das Angebot der RWTH geht natürlich weit über den Studiengang Psychologie hinaus. Von Architektur bis Zahnmedizin, kann man an der Uni in Aachen fast alles studieren. Die Schüler können sich an den verschiedenen Infoständen über Physiotherapie, Mathematik, Informatik, Robotertechnik, aber auch über die geisteswissenschaftlichen Fächer, wie Philosophie oder Literatur- und Sprachwissenschaften, informieren. Neben den Infoständen gibt es auch einige Fachvorträge und Workshops zum Mitmachen, in denen die Jugendlichen noch mehr über die einzelnen Berufe erfahren können.

img_0352erstinfotag72Yannik, Caro und Mertens studieren im 5. Semester Bauingenieurwesen. Die drei betreuen den Stand der Fakultät Bauingenieurwesen. Für Yannik ist es schon das zweite Mal, für ihn es besonders wichtig, „dass man mit den jungen Leuten ins Gespräch kommt. Und auch, dass man früh anfängt, über die verschiedenen Berufe zu informieren.“

Wer jetzt denkt, an der RWTH könnte man nur studieren, der irrt sich. Auch für Schüler mit Real- und Hauptschulabschluss bietet die RWTH ein breites Ausbildungsangebot. Bis zu 200 junge Leute, werden jedes Jahr zum Ausbildungsbeginn von der RWTH eingestellt. Da gibt es Berufe, wie Buchbinder/in oder Kauffrau/mann für Büromanagement, aber auch Sport- und Fitnesskauffrau/mann kann man an der RWTH werden.
Ursula Beer von der Abteilung Aus- und Weiterbildung der RWTH erklärt, dass ein guter Schulabschluss selbstverständlich immer wichtig ist, jedoch für die Ausbildungsberufe keinesfalls ein Realschulabschluss Bedingung ist. Wer ein gutes Zeugnis hat und den Einstellungstest besteht, hat auch als Abgänger einer Hauptschule gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz bei der RWTH.
Am Erstinfotag ist also für jedes Interessensgebiet etwas dabei. Und Spaß macht es natürlich auch, ein bisschen Uniluft zu schnuppern, sich die Hörsäle anzusehen und sich unter die Studenten zu mischen. Da kann man sich schonmal ein bisschen vorstellen, wie das nächste Kapitel nach dem Abschluss aussehen könnte.