Das Theater Aachen zeigt seit einiger Zeit eine moderne Interpretation des Klassikers „Faust“ von Johann Wolfgang von Goethe in gekürzter Form. Inszeniert wurde „Faust 1+2 #konzentriert“ von Christina Rast. In der Tragödie geht es um den Wissenschaftler Johann Georg Faust, der frustriert davon ist, dass er keine Erfüllung in seinen Erkenntnissen findet. Nach mehreren Suizidversuchen geht er einen Pakt mit dem Teufel (Mephisto) ein. Er verspricht ihm seine Seele, insofern es Mephisto gelingen sollte, sein Streben zu beenden und seine Begierden zu befriedigen. Sofort begeben sie sich auf eine Reise voller Abenteuer.

„Faust 1+2 #konzentriert“ ist vor allem für Oberstufenschüler empfehlenswert, für die die Lektüre des ersten Teils abiturrelevant ist. Ich würde es euch ans Herz legen erst das Buch zu lesen, denn sonst kann es einem als Zuschauer Schwierigkeiten bereiten, die Handlung nachzuvollziehen. Außerdem wurden viele Textpassagen übernommen, die man somit leichter versteht und einen einfacheren Zugang zum Stück findet. Mir persönlich hat vor allem die Szene „das Vorspiel auf dem Theater“ und die Aufteilung der Figuren Faust und Gretchen auf mehrere Darsteller gut gefallen. Die Szene „das Vorspiel auf dem Theater“ wird von Philipp Manuel Rothkopf als lustige Person, Direktor und Dichter in einem hervorragend gespielt und ist sehr witzig und an aktuelle Themen angelehnt. Obwohl man meinen könnte es wäre verwirrend Faust von mehreren Schauspielern verkörpern zu lassen, gelingt es ihnen jeder eine andere Sehnsucht Fausts bzw. eine andere Seite von ihm darzustellen und somit seinen inneren Konflikt zu verdeutlichen.

Die Tatsache, dass ich Faust 2 nicht gelesen habe, hat es mir erschwert dem zweiten Teil des Stückes folgen zu können. Dennoch fand ich es sehr interessant zu sehen, wie sich die Figur Faust weiterentwickelt.

Das gesamte Stück dauert knapp vier Stunden (mit einer Pause), wodurch es einem am Ende durchaus schwerfallen kann, sich zu konzentrieren. Mir persönlich hat das Stück alles in allem sehr gut gefallen.

Weitere Aufführungen:
9. Januar 2016, 16. / 20. /24. Februar 2016

Foto: Marie-Luise Manthei