Flohmärkte in der Region gibt es einige. Sei es regelmäßig sonntags mit allem möglichen Krimskrams oder seien es Märkte speziell für Bücher oder Antiquitäten – hinter all dem steckt ein Gedanke: Konsumieren im Sinne der Nachhaltigkeit. Ein Beispiel dafür ist der Aachener Mädelsflohmarkt, den auch ich für mich entdeckt habe.

Flohmärkte sind das Gegenteil des Konsumdenkens, das immer mehr auch in unseren Alltag eindringt. Das beste Beispiel dafür ist das neue Einkaufszentrum in der Innenstadt. Hier bekommt man die Neuware noch „frisch“ und ohne Gebrauchsspuren. Man ist der erste, der sie trägt, und die Kleidung riecht sogar meistens noch neu.
Auf Flohmärkten dagegen wurde eben nicht gerade erst das Preisschild abgeschnitten. Und man kann auch nicht aus vier verschiedenen Größen aussuchen. Wenn es um Flohmärkte geht, haben viele noch ein Bild von verstaubten und abgenutzten Dingen im Kopf. Und warum sollte man auf einen Flohmarkt gehen, wenn man doch eine viel größere Auswahl direkt nebeneinanderliegender Geschäfte in der Shoppingmall hat?

Das habe ich mich zunächst auch gefragt – bis ich durch eine Freundin auf den Aachener Mädelsflohmarkt „aix-travagant“ gestoßen bin. Viermal im Jahr findet dieser in der Aula Carolina statt, einmal jeweils im Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Da bietet es sich natürlich an, sich für jede Jahreszeit gut mit Kleidung, Schmuck und Accessoires, Schuhen und Taschen  auszurüsten. Neue oder gewerbliche Ware sucht man hier vergeblich. Dieser Flohmarkt ist zielgerichtet, denn er ist von Frauen für Frauen. Männer sind als Begleiter und Unterstützer gerne gesehen, zu shoppen gibt es für das andere Geschlecht aber nichts. Deswegen ist für die Jungs und Männer auch der Eintritt frei! Für uns Frauen kostet er 2,50 Euro, dafür gibt es aber auch Musik, viel zu stöbern und vor allem Stimmung.

Wenn es wieder so weit ist und an einem der vier Samstage im Jahr sich die Türen der Aula Carolina um 12 Uhr öffnen, stehen meine Freundin und ich schon startbereit ganz vorne in der Reihe. Diese hat sich sogar schon bis zum Markt hoch gebildet, aber auch jemand, der weiter hinten steht, kann sich nicht beklagen. Wir jedenfalls sind schon früh mit einem Kaffee to go vor Ort und verbringen wie alle wartenden Mädchen und Frauen die Zeit mit einem Schwätzchen.
Die Ausstellerinnen sind ebenfalls nur Frauen, und das in einer Alterspanne von circa 16 bis 70 Jahren. Das heißt, für jede Einkäuferin ist etwas dabei. Hier gibt es auch ausgefallenere Sachen oder die Kleidung aus der Kollektion von vor zwei Jahren. Ich finde sogar eine Jacke, die ich damals unbedingt haben wollte, die es dann aber nicht mehr gab. Wie sehr freue ich mich, diesen alten Schatz zu finden!

Auf dem Mädelsflohmarkt gibt es eben nicht alles in Größe XS bis XL, und auch nicht dasselbe Kleid in Blau, Rot oder Schwarz. Hier findet man Einzelstücke, und so werden die Teile dann auch behandelt. Sie bekommen einen viel größeren Wert als das im Laden gekaufte Teil. Und das bei Preisen, die nur einen Bruchteil des Preises der Neuware ausmachen. Das Blümchentop erstehe ich für 2 Euro und die braunen Stiefeletten kann ich sogar von 12 auf 9 Euro herunterhandeln. Auch das Handeln macht einen gewissen Reiz aus, nur fair sollte man immer bleiben.
Fair: Das ist ein wichtiges Stichwort im Sinne des Flohmarktes. Ob man als Aussteller nicht weiß, wohin mit seinen Klamotten, oder als Käufer frischen Wind in den Kleiderschrank bringen möchte – von einem Flohmarkt haben beide Seiten etwas. Denn was nützt es, den Rock wegzuschmeißen, wenn dieser einem anderem gefällt? Ich für meinen Teil bin überzeugt, dass hier jeder fündig wird.

Das Ganze funktioniert natürlich nicht nur mit Klamotten. Die Aula Carolina beherbergt mehrmals im Jahr Flohmärkte mit Namen wie Schwarzmarkt (ab 17 Uhr), Koffermarkt (selbstdesignter oder gebastelter Krimskrams in Koffern ausgestellt) oder Langschläferflohmarkt (von 12 bis 19 Uhr mit Kaffee zur Begrüßung). Hier findet man allerhand Kleinigkeiten, Trödel oder auch Nützliches wie Bücher und Klamotten.

Die nächsten Veranstaltungen dieser Art sind:

Koffermarkt: 5. März von 11 bis 18 Uhr in der Aula Carolina
Event- und Nachtflohmarkt: 10. März von 17 bis 24 Uhr im Event Center (Carlo-Schmidt-Straße 3a), Würselen
Frauentrödelmarkt Weisweiler: 16. April von 11 bis 15 Uhr in der Festhalle Weisweiler
Mädelsflohmarkt: 14. Mai von 12 bis 18 Uhr im Eurogress Aachen (Achtung Termin und Ort verlegt!)
Mädels- und Kindersachenmarkt: 29. Mai von 10 bis 18 Uhr im Brückenkopf-Park Jülich