2.364 Flüchtlinge leben zurzeit in Aachen, 978 Menschen in städtischen Übergangsheimen, 1.386 Menschen in Einzelwohnungen. Zusetzlich leben 612 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Einrichtungen der Jugendhilfe.
Im Juli 2015 mussten in Aachen innerhalb von zwei Tagen 300 Flüchtlinge untergebracht und versorgt werden. Das Inda-Gymnasium wurde zu diesem Zweck zusammen mit vielen ehrenamtlichen Helfern, der Feuerwehr und dem Malteser Hilfsdienst zu einer temporären Notunterkunft hergerichtet. Zum Schulbeginn wurden die Flüchtlinge in die ehemalige Schule Franzstraße und in die Turnhalle der Grundschule Michaelberg verteilt, um den regulären Schulalltag nicht zu gefährden. Ab September 2015 wurden dazu weitere Unterbringungskapazitäten in der ehemaligen Förderschule Walheim und in den Turnhallen Barbarastraße und Reumontstraße zur Verfügung gestellt und direkt belegt. Am 6. September 2015 folgte die Stadt einer Vorgabe, weitere 500 Plätze zu schaffen, dies gelang mit der Hilfe der Bundeswehr die zwei Stubenhäuser und eine Turnhalle zur Verfügung stellten, die heute noch in Nutzung sind. Bis Ende Januar 2016 wurden insgesamt 1.060 Plätze zur Verfügung gestellt. So konnten alle Vorgaben des Landes erfüllt werden, während andere Kommunen um Aufschub baten.

Ab November 2015 wurden zwischen 30 und 50 Personen täglich aufgenommen. Die Betreuung und Unterbringung dieser Flüchtlinge konnte durch Mitarbeiter verschiedener Fachbereiche der Stadtverwaltung mit Unterstützung des DRK und insbesondere durch die große Einsatzbereitschaft von ehrenamtlichen Helfern geleistet werden. Die Unterbringungssituation entspannt sich, während andere Kommunen noch Turnhallen belegt haben oder noch belegen, konnte Aachen alle Notunterkünfte räumen.

Übersicht für NRW

In den ersten 10 Monaten des Jahres 2016 sind rund 65.000 Flüchtlinge in NRW aufgenommen worden. Im Januar kamen mehr als 19.000 Menschen nach NRW, im Oktober kamen 3.200 Menschen. Der wöchentliche Durchschnitt lag bei 100 bis 1.600 Flüchtlingen in NRW, was für Aachen 73 Menschen pro Monat bedeutete. Dadurch, dass Aachen letztes Jahr mehr Menschen aufnahm (20 % mehr als gefordert) sind die Kommunen die um Aufschub baten, jetzt in der Pflicht mehr Flüchtlinge aufzunehmen. Reguläre Zuweisungen sind daher dieses Jahr nicht mehr zu erwarten, sondern erst wieder ab April 2017. Für 2017 geht der Fachbereich 56 von 75 Flüchtlingen pro Monat aus. Damit Aachen nicht mehr in die Situation von 2015 geraten kann wurde ein Puffer von 600 Plätzen eingerichtet.

Text: Julie Hochwald (15)
Foto: Birgit Franchy (Inda-Gymnasium 2015)