Als Volunteer im Bereich Natur- und Artenschutz ins Ausland zu gehen ist eine tolle Möglichkeit, die eigene Abenteuerlust, Freude am Reisen sowie die Liebe zu Natur und Tieren mit einer sinnvollen Tätigkeit zu verbinden. Zudem macht sich ein Auslandsaufenthalt gut auf dem Lebenslauf und wirkt sich positiv auf spätere Bewerbungen aus. Doch wie plant man so eine Reise am besten und worauf sollte man bei der Wahl einer guten Organisation unbedingt achten? Daniel Kaul, Gründer des Unternehmens NATUCATE, welches auf Freiwilligenarbeit spezialisiert ist, gab a52 einige wertvolle Tipps.

Bevor es auf große Reise geht, muss man sich zuerst bewusst machen, welche Bereiche einen besonders interessieren und ob es eher in Richtung Natur- oder Artenschutz gehen soll. Hat man vielleicht eine Vorliebe für eine bestimmte Tierart, möchte man sich beispielsweise mit Straßenhunden oder lieber mit Wildtieren beschäftigen? Auch bevorzugte Regionen können bereits eine erste Eingrenzung ermöglichen. Außerdem spielt bei den Überlegungen das zur Verfügung stehende Budget natürlich ebenfalls eine Rolle. Im zweiten Schritt ist es ratsam, sich zunächst im Internet über unterschiedliche Organisationen, die Freiwilligenarbeit vermitteln, zu informieren und anschließend mit mehreren den Kontakt zu suchen, um so im Vergleich das passende Unternehmen zu finden. Ein wesentlicher Punkt ist hier vor allem, wie die Betreuungssituation vor und während des Auslandsaufenthalts geregelt ist. Die Vorbereitung auf das Projekt und die Destination ist ein weiterer zentraler Aspekt. Bietet die Organisation Hilfe bei der kompletten Vorbereitung auf die Reise, bei der Buchung von Flügen und der Wahl der Versicherungen, wird auf Impfungen sowie Finanzierungsmöglichkeiten hingewiesen und die Sinnhaftigkeit der Projekte erläutert? Des Weiteren ist es wichtig, dass im Gastland stets Ansprechpartner zur Verfügung stehen, mit denen man sich gut verständigen kann.

Kommt die Hilfe auch wirklich an?

Bei der Wahl eines Projektes gilt es darauf zu achten, ob die Hilfe auch dort ankommt, wo sie gebraucht wird, und ob das Wohl der Tiere wirklich an oberster Stelle steht. Obwohl in Bezug auf Freiwilligenarbeit im Tierschutz viele wohl direkt das Bild kleiner Löwen, die von Volunteers liebevoll mit der Flasche aufgezogen werden, im Kopf haben, sind genau solche Streichel- und Aufzuchtprojekte kritisch zu betrachten. Das spätere Schicksal der Tiere sieht in Wahrheit oft düster aus, denn in den seltensten Fällen werden sie nach der Aufzucht tatsächlich wieder ausgewildert. Stattdessen werden die Löwen, sobald sie ein gewisses Alter erreicht haben, zur Gatterjagd an Farmen verkauft. Freizeitjäger bezahlen hier viel Geld, um die Tiere, die in eingezäunte Gehege gesperrt werden, abzuschießen und sich so eine Trophäe der besonderen Art zu sichern. Teilweise werden die Knochen sogar noch in den asiatischen Raum weiterverkauft. So wird der Wert eines einzelnen Löwenlebens maximal ausgereizt. Darüber hinaus sollte man, abseits der Natur- und Tierschutzarbeit, auch bei Waisenhaus- und Schulprojekten sehr vorsichtig sein. Insbesondere in Südostasien kaufen gewisse Pflegeinstitute die Kinder der armen Landbevölkerung, die dann von Freiwilligen betreut werden. Solche Geschäfte bringen für die Institute Geld ein, sind jedoch selbstverständlich illegal und verursachen viel Leid für die betroffenen Kinder. Da es für Außenstehende schwierig ist, die „schwarzen Schafe“ von seriösen Angeboten dieser Art zu unterscheiden, empfiehlt es sich Organisationen, die solche Projekte im Programm haben, generell zu meiden.

Das Aachener Unternehmen NATUCATE ist Experte für die Vermittlung von Freiwilligenarbeit, Praktika und Studienreisen im Bereich Natur- und Artenschutz. Bei den zur Auswahl stehenden Projekten geht es z. B. ins Okavango Delta nach Botswana, nach Hawaii oder Kalifornien in den USA, nach Thailand oder auf die Seychellen. NATUCATE verzichtet dabei ganz bewusst auf Waisenhausprojekte sowie Löwenaufzuchtprojekte und arbeitet als erstes deutsches Unternehmen mit der südafrikanischen Organisation CACH (Campaign Against Canned Hunting) zusammen, die sich weltweit gegen die Gatterjagd einsetzt. „Wir haben generell keine ‚Streichelzooprojekte‘ mit Wildtieren“, so Daniel Kaul, der NATUCATE 2013 gründete. „Reproduzierbare Daten zur Beobachtung gefährdeter Arten werden erhoben und Bewegungsmuster erstellt. Diese Langzeitbeobachtungen sind die Grundlage für einen effektiven Artenschutz in den Zielländern.“ Dem Unternehmen ist es neben der Nützlichkeit der Projekte zudem wichtig, die Freiwilligenarbeit nicht eindimensional, sondern als ein „Geben und Nehmen“ anzusehen. Ganz dem Namen NATUCATE entsprechend, der sich aus „nature“ und „to educate“ zusammensetzt, geht es immer auch darum, dass die Freiwilligen selbst etwas mitnehmen. Freiwilligenarbeit im Ausland bringt viele Vorteile mit sich und stellt eine ideale Möglichkeit dar, die eigene Persönlichkeit weiterzubilden. Bei einem Auslandsaufenthalt werden Grenzen ausgetestet, man knüpft Kontakte zu Menschen aus der ganzen Welt und erweitert den eigenen Horizont. „Es gehört viel Mut dazu, sich für einen Auslandsaufenthalt zu entscheiden“, weiß Daniel Kaul, „aber es ist eine Erfahrung, die einen das ganze Leben lang prägt.“

Weitere Infos unter www.natucate.com

Foto: Mustangprojekt in Florida – für Outdoor-Begeisterte und Tierfreunde / NATUCATE