Der Girls’ and Boys’ Day findet einmal im Jahr an einem Donnerstag Ende April statt und bietet in ganz Deutschland Schülerinnen und Schülern der fünften bis neunten Klasse die Möglichkeit, einen Tag lang in einen Beruf ihrer Wahl reinzuschauen, Interessen zu entdecken, die eigenen Fähigkeiten zu testen und sich über mögliche Jobperspektiven zu informieren. Annabelle Stockberg (15) hat bei uns in den Bereich „Journalismus“ hineingeschnuppert und die Mädels im BEG besucht, um darüber zu berichten.

Das Bildungszentrum BEG Aachen bot in diesem Rahmen Schülerinnen der siebten bis neunten Klasse einen breiten Einblick in Berufe aus dem Maler- und Metallhandwerk an, wo sie von Ausbildungsmeisterinnen und -meistern verschiedene Aufgaben bekamen. Treffpunkt war hierzu um neun Uhr im Eingangsbereich.
Die Malergruppe sollte eine dünne, 50 x 50 cm große Holzplatte mit zwei Schichten weißer Farbe bemalen. Nachdem beide Schichten getrocknet waren, sollten die Mädchen diese dann mit Klebeband in vier gleich große Quadrate aufteilen und anschließend jeweils zwei Kästchen in einer Farbe anstreichen. Wichtig war, dass immer zwei Farben gemischt werden sollten, damit die Deckkraft hoch genug war. Die Farben, die von den Mädels gemischt wurden, waren nicht sehr verschieden: Sehr viele wählten Türkis und Blautöne, mindestens genauso stark vertreten waren Rottöne, vor allem Pink war sehr gefragt. Manche mischten auch Grün und Lila. Sobald die Farbe getrocknet war, konnten die Mädels sich vorne auf einem Tisch Schablonen aussuchen von bekannten Logos angesagter Sportmarken, aber auch zum Beispiel eine Rose, eine Kaffeetasse, einen Stern, ein paar Palmen und extra nachträglich auf Wunsch angefertigt: drei verschiedene Einhörner. Mit dieser Schablone wurde dann das jeweilige Motiv auf die Platte gemalt, natürlich in einer anderen Farbe als dem Grundton. Und durch das Klebeband entstanden schöne Ränder und die vier Kästchen überschnitten sich nicht.

Die Mädels, die sich im Metallhandwerk versuchten, hatten die Aufgabe, eine kleine Uhr aus einer vorgefrästen Aluminiumplatte herzustellen. Dazu mussten sie alles selbst machen außer dem Uhrwerk. Die Flächen sowie die Ecken und Kanten der kleinen Platte mussten abgeschliffen werden und die Löcher für die „Knöpfe“, welche später die Zahlen für die Uhrzeit darstellen sollten, mussten gebohrt werden. Diese Knöpfe wurden eingeklebt und das Uhrwerk wurde eingebaut. Außerdem musste ein dickerer Draht nach einer Vorlage so gebogen werden, dass dieser die Stütze für die Uhr werden konnte.
Die meisten Mädchen kannten sich vorher nicht, da sie alle von unterschiedlichen Schulen in Aachen kamen, doch alle schienen Spaß zu haben. Der Girls’ Day ist ein freiwilliges Angebot, für das man von der Schule freigestellt werden muss und wo man sich je nach seinen Interessen einen Beruf aussuchen kann. Besonders viel Motivation schien das Ziel zu bieten, dass man das Erklärte selbst umsetzen konnte und dass alle das, was sie an diesem Tag erarbeitet hatten, am Ende mit nach Hause nehmen konnten.
„Es macht großen Spaß und nach dem heutigen Tag kann ich mir sehr gut vorstellen, im Bereich Metallhandwerk beruflich etwas zu machen. Aber mein Traum war schon immer ein Medizinstudium“, meinte Helen (9. Klasse). Im Vordergrund stand jedoch, dass alle trotz der Arbeit und dem vielen Stehen eine Menge Spaß hatten, selber etwas zu machen. Außerdem konnten die Mädels so in Berufsbereiche hineinschnuppern, die immer noch eher von Jungs ausgewählt werden.