Keinen Ausbildungsplatz gefunden? Nicht verzweifeln!
Qualifizierungsmaßnahme erhöht Chance im zweiten Anlauf.

Wenn beim Versuch, einen Ausbildungsplatz zu bekommen, Absage auf Absage folgt, ist das frustrierend. RWE Power nimmt sich junger Menschen an, deren Berufseinstieg holprig verläuft. Im Rahmen einer einjährigen Qualifizierungsmaßnahme können sie einen realistischen Berufswunsch erarbeiten und sich fit für einen Ausbildungsplatz machen. Yannik Schmidt und Niklas Nüsser haben es gepackt. Sie werden in Kürze am Ausbildungsstandort Eschweiler ihre Ausbildung zum Industriemechaniker starten. Mit a52-Reporter Yannick Schornstein sprachen sie über ihre Erfahrungen.

Yannik erhielt im ersten Anlauf im Einstellungstest für einen Ausbildungsplatz bei RWE Power eine Absage. Seine zweite Bewerbung galt dann „Ich pack’ das!“. Er nutzte die Maßnahme, um den favorisierten Beruf näher kennenzulernen und sich zu überzeugen, dass die Ausbildung zum Industriemechaniker genau das Richtige für ihn sei: „Nicht nur Projekte haben mich darin bestärkt, sondern auch die Gespräche mit den jungen Leuten aus dem ersten Ausbildungsjahr. Mit ihnen haben wir darüber gesprochen, was man als Industrie-, Konstruktions- und Zerspanungsmechaniker lernt, und sie haben gesagt, dass die Ausbildung Spaß macht.“
Niklas ergänzt: „Der Beruf ist wirklich interessant und abwechslungsreich; vor allem, weil wir mit so vielen unterschiedlichen Maschinen und Werkstoffen arbeiten.“
Einen weiteren Vorteil von „Ich packʼ das!“ sieht er darin, dass man von den Ausbildern jederzeit unterstützt wird: „Man schreibt während der Zeit sehr viele Bewerbungen. Wenn man zu Hause bliebe, würde man sicher viel weniger machen und sich auch nicht so gründlich über unterschiedliche Ausbildungsberufe informieren.“
Diese Recherche erfolgt gleich am Anfang des Praktikums. Die Teilnehmer, die zunächst noch keinen festen Berufswunsch haben, suchen unter Berücksichtigung ihrer Interessen und Fähigkeiten nach passenden Angeboten. Mit Unterstützung ihrer Ausbilder versuchen sie, sich ein eigenes Bild über die Ausbildungsinhalte zu verschaffen. Als eines der größten Unternehmen Deutschlands bietet RWE Power den jungen Erwachsenen unterschiedlichste Entwicklungsmöglichkeiten an. Manchmal ergeben sich auch Berufswünsche, die es sinnvoll erscheinen lassen, eine andere Richtung einzuschlagen und vielleicht das Bäcker- oder Friseurhandwerk zu erlernen. Auch in diesem Fall kann man sich der Hilfe der Ausbilder bei der Bewerbung und Ausbildungsvorbereitung weiterhin sicher sein. Das Unternehmen, das die Maßnahme aus eigenen Mitteln finanziert und für die gesamte Ausbildungsinfrastruktur aufkommt, lässt den „Ich pack’ das!“-Teilnehmern jegliche Freiheit bei der Berufsorientierung; Praktika in anderen Unternehmen eingeschlossen.

Schlüsselqualifikationen, die man in jedem Job brauchen kann
ichpackdas

Die Schwerpunkte der Maßnahme verlagern sich im Laufe der Monate: „Zunächst findet das Praktikum überwiegend im Klassenzimmer statt“, erläutert Ausbildungsmeister Günter Koch. „Wir bearbeiten alles rund um die Bewerbung, wiederholen notwendigen Schulstoff und spielen Bewerbungsgespräche durch. Dann aber geht es an den praktischen Teil.“
Die Erfolge der Initiative sprechen für sich – insgesamt können regelmäßig mehr als 80 Prozent der Teilnehmer in eine Ausbildung vermittelt werden, in Eschweiler in den letzten Jahren sogar 100 Prozent. „Sollte die Vermittlung einmal nicht gelingen, versuchen wir, schulische Weiterbildung zu organisieren, damit die Teilnehmer den nächsthöheren Abschluss machen und nach der Maßnahme nicht in ein Loch fallen“, ergänzt Koch.

„Am wichtigsten ist, dass sich wieder Erfolgserlebnisse einstellen.“

Den hauptamtlichen Ausbildern, die die Projektteilnehmer rund um die Uhr betreuen, kommt im Projekt besondere Bedeutung zu. Günter Koch, der seit 2004 an der „Ich pack’ das!“-Initiative beteiligt ist und auch mit Yannik und Niklas arbeitet, empfindet seinen Job als besonders reizvoll: „Man ist eben nicht nur der Mitarbeiter, der Wissen und Fertigkeiten weitergibt, sondern vermittelt auch Schlüsselqualifikationen wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und korrektes Auftreten gegenüber Kollegen, was später in jeder Ausbildung wichtig ist. Man muss auf jeden anders eingehen und an dessen Fertigkeiten arbeiten.“
Viele Hauptschulabgänger sind aufgrund von Misserfolgen entmutigt und haben die Aussicht auf einen Ausbildungsplatz aufgegeben: „Wenn einer 100 Absagen kriegt und nicht weiß, warum, ist natürlich das Selbstvertrauen angekratzt. Als Ausbilder muss man solche Teilnehmer aufbauen. Am wichtigsten ist, dass sich wieder Erfolgserlebnisse einstellen.“

Motiviert sein und Gas geben.

Die jungen Menschen, die die Maßnahme durchlaufen, werden in besonderer Weise gefordert. Koch hebt allerdings auch die außergewöhnliche Chance hervor, die mit „Ich pack’ das!“ verbunden ist: „Auch wenn es in der Schule nicht so gut gelaufen ist; es reicht, wenn man bereit ist zu sagen: Jetzt bin ich motiviert, jetzt geb’ ich Gas! In diesem Jahr will ich es schaffen, alles auf links zu drehen, und nach vorne kommen. Hier kann man einen Schlussstrich unter Misserfolge ziehen und neu anfangen.“

Voraussetzungen: Hauptschulabschluss, grundsätzliches Interesse an Technik
Dauer: 1 Jahr
Beginn: Oktober
Aufwandsentschädigung: 260 Euro
Erforderliche Bewerbungsunterlagen: Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse
Weitere Informationen unter
www.rwe.com/ichpackdas