Ein forderndes Studium hier, Buchveröffentlichungen am laufenden Band, nebenbei auch noch einen aktiven YouTube-Kanal sowie ein Blog und dabei immer ein Lächeln auf den Lippen. Wer so viel unter einen Hut bekommt? – Mona Kasten, eine sympathische Bücherverrückte, die alles rund um Bücher und Lifestyle-Themen mit ihrer stetig wachsenden YouTube-Community teilt und kürzlich ihren vierten Roman veröffentlichte. Mit „Begin Again“ schrieb Mona ihren ersten Roman im New-Adult-Genre, welcher im Verlag Egmont Lyx erschien. Und für 2017 sind schon jetzt zwei weitere Romanveröffentlichungen geplant. Als Booktuberin (Booktuber haben einen YouTube-Kanal, auf dem sie Videos rund um Bücher, Hörbücher oder auch Filme hochladen) und Autorin war Mona natürlich auch auf der international größten Buchmesse in Frankfurt anzutreffen – diese Gelegenheit habe ich genutzt, um ihr bei einem entspannten Gespräch interessante Informationen über sich selbst, ihre Karriere als Autorin und über ihre Zukunft auf YouTube zu entlocken.

Zuerst einmal herzlichen Glückwunsch – dafür, dass „Begin Again“ schon jetzt auf Platz 17 der Spiegelbestsellerliste gelandet ist. Wie fühlt sich das an? War das sogar eines deiner Ziele, die du mit deinen Romanen erreichen wolltest?
Ich hätte es gar nicht gewagt, mir so etwas wie die Spiegelbestsellerliste als Ziel zu setzen, und hätte es auch niemals erwartet, so weit zu kommen. Aber natürlich bin ich mehr als glücklich damit.
Wie wird es nach Beendigung deines Studiums im nächsten Jahr mit dem Schreiben weitergehen? Bleibt es weiterhin eine nebenberufliche Aktivität?
Ich würde sagen, ich studiere mehr nebenher als andersherum. Denn das Schreiben ist für mich jetzt schon zu meinem Job geworden, das heißt, ich schreibe hauptberuflich und bin sehr froh, dass mir das so möglich ist.

Wie und warum kam es dazu, dass du den Verlagsvertrag bei Egmont Lyx unterschrieben hast und nun dort deine Romane veröffentlichst, statt weiter Self-Publishing zu betreiben? Und was hat sich dadurch an deinem Alltag als Autorin verändert?
Kurz nach der Veröffentlichung meines ersten Romans kamen schon erste Anfragen von kleineren Verlagen und Agenturen. Ich habe mich damals entschieden, die Reihe weiter selbst zu veröffentlichen, nebenher aber nach einer geeigneten Agentur zu gucken. Ich habe jetzt auch zwei tolle Agentinnen, die für mich das Exposé und eine Leseprobe von „Begin Again“ an Verlage geschickt haben, und glücklicherweise hat es dann ja mit Egmont Lyx geklappt. Sollte ich mal ein Projekt haben, das kein Verlag veröffentlichen möchte, kann ich mir aber durchaus vorstellen, zum Self-Publishing zurückzukehren. Das Problem ist dabei nur, dass man Dinge, die sonst ein Verlag macht, selbst organisieren muss – das nimmt Zeit in Anspruch. Zwar kommen mit einem Verlagsvertrag auch Abgabetermine und somit mehr Zeitdruck hinzu, aber ein Verlag hat nun mal ein Team mit langjähriger Erfahrung, während ich mir alles anlesen musste.

Was hilft dir persönlich bei Schreibblockaden?
Man darf sich nicht zu viel Druck machen, auch wenn das oft leichter gesagt ist als getan. Ich mache dann meistens eine Pause, gehe zum Beispiel spazieren, versuche, mich durch Musik inspirieren zu lassen, oder suche auf Pinterest Inspiration. Vor kurzem hatte ich eine recht lange Schreibblockade von etwa einem Monat, bei der es mir auch sehr geholfen hat, mich mit anderen auszutauschen, um dieses Loch im Plot zu füllen.

In welcher Atmosphäre und an welchen Orten schreibst du am liebsten?
Meine ersten vier Bücher habe ich alle an meinem Schreibtisch geschrieben. Bei „Trust Again“, meinem fünften Roman, der bald erscheint, konnte ich dort irgendwie nicht mehr schreiben und bin dann in Cafés gegangen, was mir momentan sehr gut gefällt, weil dort immer so eine tolle Stimmung mit Hintergrundgeräuschen ist.

Woran merkst du, dass einer der vielen spontanen Einfälle eine romantaugliche Idee ist?
Bei „Begin Again“ war es so, dass ich Allie, die Protagonistin, schon im Kopf hatte und sie hat mich auch nicht mehr losgelassen. Das ist generell immer ein Zeichen, dass die Geschichte „rausmöchte“. Bei ihr habe ich dann versucht, herauszufinden, warum sie so ist, wie sie ist, warum sie von zu Hause wegwollte, was da passiert ist und wo sie möglicherweise hingehen möchte. Das ist natürlich nicht bei jeder Idee so, manche verlieren sich einfach wieder, aber wenn einen eine bestimmte Geschichte nicht loslassen möchte, dann muss man sie aufschreiben. So ist es zumindest bei mir.

Verfolgst du auch den Tipp vieler Autoren, immer ein Notizbuch bei sich zu tragen und dort alle spontanen Einfälle aufzuschreiben?
Ich bin ehrlich gesagt notizbuchsüchtig (lacht) – es gibt einfach so viele schöne Notizbücher und Planer! Wenn ich also mal eine gute Idee habe, dann schreibe ich sie auf jeden Fall in mein Notizbuch, und wenn ich das nicht dabeihabe, dann kommt sie entweder zu den Notizen auf meinem Handy oder Laptop, je nachdem, was ich gerade dahabe.

Nun etwas zu deinem YouTube-Kanal: Sind bald wieder Videos auf deinem Zweitkanal „Vlogalore“ geplant?
Vlogs finde ich momentan sehr schwierig, da wir in der letzten Zeit sehr viel von unserem Privatleben preisgegeben haben und deshalb einige meinten, sie hätten einen Anspruch darauf. Da ich jetzt das Schreiben als Beruf ausübe und sofort damit anfange, sobald ich nach Hause komme und meistens nichts „Besonderes, Spannendes“ im Alltag erlebe, haben außerdem viele gesagt, ich hätte keinen richtigen Lifestyle und wäre nicht cool genug für Vlogs. Es gibt eben auch viele fiese Menschen, und die dann so an meinem Privatleben teilhaben zu lassen, möchte ich einfach nicht.

Hast du denn vor, auf deinem Hauptkanal weitere Videos zum Thema Schreiben hochzuladen, in denen du den Schreibbegeisterten unter deinen Zuschauern Tipps gibst?
Ja, da habe ich richtig Lust zu und kann es mir, sobald ich wieder mehr Zeit habe, gut vorstellen, zumal es ja etwas ist, das ich sehr gerne mache und wo ich mich jetzt auch auskenne. (An die Community gerichtet) Also, wenn Wünsche da sind – immer her damit! (lacht)

Vor ein paar Monaten hast du zwei grundlegende Änderungen an deinem YouTube-Kanal vorgenommen – wieso hast du zum einen deinen ehemaligen Kanalnamen „Peachgalore“ durch deinen richtigen Namen ersetzt und was war der Auslöser dafür, die Anzahl deiner Abonnenten als unsichtbar für andere einzustellen?
Den Namen, den ich von Anfang an hatte, hatte ich, seitdem ich 15 war. Jetzt bin ich eine erwachsene Frau, und ich finde, da kann man schon mit seinem Namen auftreten. Ich als Autorin muss meinen Job und YouTube irgendwie übereinanderkriegen, und das habe ich gemacht, indem ich meinen richtigen Namen verwende. Ich finde es einfach schöner, als Mona Kasten angesprochen zu werden. Zur zweiten Frage: Die Plattform YouTube hat sich sehr verändert – früher gab es oft auch einen netteren Umgangston und es wurde nicht so sehr auf die Abonnentenanzahl geachtet. Jetzt hat diese Zahl einen so hohen Stellenwert bekommen, was ich sehr schade finde. Wenn ich jemandes Videos gucke, dann mache ich das, weil mir der Inhalt der Videos gefällt und mir die Person sympathisch ist, und nicht weil es außer mir 100, 100.000 oder eine Million Leute gucken. Deshalb dachte ich, wenn es diese Funktion schon gibt, dann nutze ich sie auch, damit nicht Leute auf Abonnieren klicken, die nur auf Zahlen und Reichweite achten.

Denkst du, dass du dich durch YouTube im Lauf der Jahre verändert hast?
Ich würde nicht behaupten, ich hätte mich durch YouTube verändert, sondern eher, dass ich mich mit YouTube verändert habe. Ich glaube, ich kann mich besser ausdrücken durch die Videos – ich mache das ja jetzt schon viereinhalb Jahre und da ist man schon etwas geübter, was das Reden angeht. Ich muss auch nicht mehr so viel (raus-)schneiden wie früher (lacht), und ansonsten habe ich mich auch als Person sehr verändert und ich finde, das sieht man auch. Ich bin einfach mit YouTube erwachsen geworden.

Kannst du jetzt (schon) eine Bilanz über deine diesjährigen Vorsätze und Ziele ziehen, die du auch Anfang des Jahres in einem deiner YouTube-Videos mit der Community geteilt hast?
Ich habe in diesem Jahr viel an mir selbst gearbeitet und bin zufrieden mit mir. Auch dass „Begin Again“ jetzt auf der Spiegelbestsellerliste ist, macht mich total glücklich. Man verändert sich ja stetig, aber man muss auf sich selbst achten und das habe ich, denke ich, dieses Jahr ganz gut hinbekommen. Also ich finde, die Bilanz ist super!

Wenn du öffentlich als Autorin auftrittst, musst du häufiger vor vielen Menschen sprechen. Wie gehst du mit der Aufregung vor größeren Events um?
Ich bin immer sehr aufgeregt. Aber ich habe ein Medien-Coaching bekommen und mir wurde gesagt, wenn man es immer wieder macht, wird es auch irgendwann besser mit der Aufregung (lacht). Und es hilft, wenn man sich gut vorbereitet und sich vorher überlegt, was alles auf einen zukommen könnte.

Nach all dem, was du schon erreicht hast – gibt es noch große Ziele für die Zukunft, beispielsweise für nächstes Jahr?
Erst mal möchte ich nächstes Jahr mein Studium mit dem Bachelor abschließen. Und dann würde ich mir wünschen, dass es in den nächsten Jahren einfach weiter gut läuft mit den Büchern, das wäre super. Mehr Ziele will ich mir vorerst gar nicht stecken, denn das sind die Ziele, die jetzt erst einmal für mich im Vordergrund stehen.

Danke, dass du dir die Zeit für das Interview genommen hast. 🙂

begin_againMona Kasten: Begin Again

Im New-Adult-(Liebes-)Roman „Begin Again“ versucht die Protagonistin Allie Harper, ihrer Vergangenheit zu entfliehen, indem sie fernab ihres Heimatortes ein neues Leben beginnt in der Hoffnung, so die Freiheit zu erlangen, die sie nie hatte, sich jedoch immer gewünscht hat. Dabei findet sie neue Freunde und muss sich dem stressigen Uni-Leben und den Regeln ihres Mitbewohners Kaden White stellen, für den sie, so sehr sie auch dagegen anzukämpfen versucht, Gefühle entwickelt.
Erschienen im Lyx-Verlag, Oktober 2016, 496 Seiten