Zwar hat sie nicht gewonnen, aber eines ist sicher. Nicht nur Guidos Herz hat sie im Sturm erobert, sondern auch das hunderter Fans auf Facebook. Die sind sich nämlich sicher: Mandy (28) ist die einzig wahre Gewinnerin der aktuellen Runde aus Aachen. Auch uns konnte die sympathische und lebensfrohe Mandy begeistern! Wir durften sie zum Interview treffen und sie hat bereitwillig aus dem Nähkästchen geplaudert über ihre Erfahrungen als Kandidatin bei Shopping-Queen. Einige kleine Geheimnisse wurden aufgedeckt und brennende Fragen beantwortet. Hier das ausführliche Interview für echte Fans der Sendung.

Wie bist du dazu gekommen dich bei „Shopping Queen“ zu bewerben?

Ich hab mich schon vor ein paar Jahren beworben, als das erste mal dieses „XXL-Spezial“ war. Damals hat der Sender mich schon mal angerufen, aber da war ich gerade im Prüfungsstress und konnte nicht. Und dann kam dieses Jahr der Anruf, da saß ich gerade im Reisebüro und wollte meinen Urlaub buchen – und ich musste mich innerhalb von zehn Minuten entscheiden, ob ich mitmachen will. Ich musste meine ganzen Chefs anrufen und ihnen erstmal erklären, wer oder was „Shopping Queen“ eigentlich ist (lacht).

Und warum wolltest du unbedingt mitmachen?

Ehrlich gesagt, damit ich das Geld von anderen Leuten ausgeben kann (lacht).

Was passiert, wenn man dabei ist?

Also, bevor der Sender überhaupt zum Drehen kommt, muss man als Kandidatin eine Liste von Shops erstellen, wo man gerne einkaufen möchte. Dann müssen für alle Shops die Drehgenehmigungen eingeholt werden. Natürlich will nicht jeder, das in seinem Laden gefilmt wird. Dann bleiben von den 300 Läden, die alle Kandidatinnen aufgeschrieben hatten, vielleicht noch 100 übrig. Und diese Shops werden dann auf die Kandidatinnen aufgeteilt. Das heißt, du darfst wirklich nur in den Läden shoppen, die auf deiner Liste stehen. Das wird zwar nie so aufgeteilt, dass auf deiner Liste Läden stehen, die du nicht angegeben hast, aber, wenn du Pech hast, sind eben nur Läden drauf, die nicht deine Top-Ten waren. Deswegen muss man auch ein bisschen nachsichtiger sein, beim Shopping Queen gucken. Manchmal haben die Kandidatinnen einfach keine Wahl mehr.

Ja und dann kommt das Team zu dir und filmt dich in deinem Job oder zu Hause. Ich arbeite in einem Fitnessstudio und da wurde ich auch gefilmt. Das war schon spannend. Das ist für den Einspieler, wo man sich vorstellt.

Und warst du aufgeregt als es dann endlich soweit war?

Ja total. Der erste Tag war bei Leonie. Und wir standen alle im Treppenhaus verteilt, jede auf einer Etage und wir durften uns nicht sehen und auch nicht sprechen. Das konnte ich natürlich nicht aushalten. Ich hab mir dann fast den Hals gebrochen, als ich durch das Treppenhaus herunter geschaut habe um zu sehen, wie die anderen so aussehen.

Ist das wirklich Moderator Thorsten Schorn, der einen dann besuchen kommt?

Nein, der spricht erst später über die Aufnahmen drüber. Während dem Dreh war es eine Frau, die uns die Fragen gestellt hat. Vom Inhalt her sind die Fragen, die man letztlich in der Sendung hört, natürlich ähnlich. Es war nur anstrengend, dass man ihr auf keinen Fall dazwischenreden durfte, damit sich die Stimmen nicht überschneiden. Wenn doch, musste das Ganze nochmal gedreht werden. Als wir bei Meli im Garten auf den Liegen lagen war es ganz schlimm. Da haben Leonie und ich uns ständig mit der Frau, welche die Fragen stellt, überschnitten. Wenn man alles ständig wiederholen muss, kann das sehr anstrengend werden. Oder man wird aufgefordert irgendetwas „cooler“ in die Kamera zu sagen und ich dachte mir so: „Ja, wie denn bitte?“.

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Wie war es für dich von ganzen Kameras begleitet zu werden? Hast du dir vorher überlegt, was du preisgeben möchtest?

Ich war da eigentlich ganz locker. Ich bin nicht so der Typ, der sich vorbereitet oder Sachen plant. Aber in dem Moment, als das Team kam, war ich auf einmal ganz klein.

Was ich aber echt krass fand, war, dass man für jedes Bild, was in der Wohnung hängt die Bildrechte braucht. In unserer Wohnung hängt zum Beispiel ein Bild von meiner Tochter auf einem Pferd. Und ich musste dann meine Freundin, die dieses Foto gemacht hatte, fragen, ob es gefilmt werden darf. Und sie musste sogar einen Zettel unterschreiben. Für jedes Bild in der Wohnung muss das erledigt werden. Das ist echt kompliziert.

Hast du denn Bilder abgehangen oder was umgestellt?

Nein, ich hab alles so gelassen, wie es war. Ich möchte immer authentisch sein. Ich kann Leute nicht leiden, die irgendwie schauspielern und nicht echt sind.

Dein Kleiderschrank war ja mega aufgeräumt. Hast du vorher ausgemistet?

Nein, ausgemistet nicht. Aber ich hab natürlich aufgeräumt, das ist ja klar.

Wie war das für dich, dass die anderen Kandidatinnen in deinem Kleiderschrank herum wühlen?

Das war überhaupt kein Problem für mich. Es wird ja auch nur das aufgemacht und gezeigt, was man selber vorher freigibt. Wenn ein Schrank oder eine Schublade nicht geöffnet werden soll, wird sie auch nicht geöffnet.

Und wie läuft der eigentliche Shoppingtag ab?

Man dreht von halb neun bis elf Uhr abends. Das ist echt anstrengend. Diese Szenen, wo man die Tür aufmacht und die Wohnung zeigt und die anderen Kandidatinnen im eigenen Wohnzimmer sitzen, das ganze Shoppen und die Szenen auf dem Laufsteg werden alle an einem Tag gedreht. Beim Dreh ist es auch so, dass jedes Kleidungsstück, das du anprobieren möchtest, auch gedreht werden muss. Sonst fragt sich der Zuschauer zwischendurch „Wo kommt denn das Teil auf einmal her?“. Durch dieses ganze Drehen, wie man den Bügel von der Stange nimmt und so weiter, geht natürlich viel Zeit verloren. Aber da hat man dann Pech. Deswegen ist es auch so, das manchmal die Kandidatinnen bei Shopping komische Entscheidungen treffen und man fragt sich: „Mein Gott, wieso nimmt die jetzt dieses Teil?“. Aber die haben dann meistens keine andere Wahl mehr.
Und man hat wirklich nur die vier Stunden Zeit zum Shoppen, keine Sekunde länger – wenn man mit dem Auto im Stau steht – Pech gehabt!

Kamen die Kandidatinnen wirklich so gut miteinander aus?

Ja, wir haben uns wirklich alle irgendwie gefunden. Ich treffe mich morgen auch mit Britta. Wir haben noch ganz viel vor zusammen. Leonie will uns Müttern mal Aachen bei Nacht zeigen, wir wollen nochmal zusammen nach Berlin und ich werde mit den Mädels im Fitnessstudio einen Steppaerobic-Kurs machen, mit allen Shopping Queens als Kursleiterinnen vorne (lacht). Ich hab auch das Gefühl unsere Shopping-Gruppe ist eine ganz besondere Gruppe. Wir haben alle wirklich noch viel Kontakt. Ich glaube, das ist nicht immer so.

Du hast die ganzen 500 Euro ausgegeben, bis auf den letzten Cent. Ist das sonst auch dein Shopping Budget?

Nein. Also bei uns zu Hause haben wir eine Regel, wie viel Geld meine Tochter und ich ausgeben dürfen. Zusammen geben wir nichtmal ein Drittel der Summe im Monat aus.
Aber die 500 Euro waren an meinem Shoppingtag echt erstaunlich schnell ausgegeben.

Und wie fandest du das Motto „Street-Style“?

Mega, das war genau mein Motto. Ich bin Street-Style (lacht)

Du warst ja als Vierte dran in der Woche. Hattest du dir in den Tagen davor schon Gedanken gemacht, was du shoppen willst?

Nein, wie gesagt, ich bin nicht so ein Mensch, der viel plant. Ich habe das einfach auf mich zukommen lassen.

Die „größte Kandidatin aller Zeiten“*. Gefällt dir dieser Titel?

Ja! Das ist wirklich etwas ganz besonderes. Als die Sendung ausgestrahlt wurde, habe ich ganz viel positives Feedback bekommen. Ich konnte anderen großen Frauen Mut geben und ich hab wiederum mehr Mut bekommen durch die ganzen tollen Kommentare.
(* Mandy ist knapp 1,90 Meter groß)

Hast du denn Schwierigkeiten Klamotten zu finden bei deiner Körpergröße?

Nein eigentlich nicht. Ich trage meine Hosen halt immer knöchelfrei, aber das finde ich eigentlich ganz schön. Hosen bekomme ich sogar sehr gut bei H&M. Und bei Jacken habe ich einen Trick, ich kaufe immer eine Größe größer und krempel dann die Ärmel hoch, das sieht sogar richtig cool aus. So mache ich mir meinen Street-Style.

Warum wolltest du unbedingt hohe Schuhe haben?

Naja, ich wollte auffallen. Ganz einfach.

Es scheint, du gehst heute sehr selbstbewusst mit deiner Größe um. War das schon immer so oder hattest du in deiner Kindheit auch manchmal zu kämpfen?

Heute gehe ich tatsächlich sehr selbstbewusst mit meiner Größe um. Ich bin sogar sehr stolz darauf. Aber als ich jünger war, fand ich das gar nicht toll. Als ich in die 5. Klasse kam, dachte meine Lehrerin ich wäre im falschen Klassenraum gelandet und gehörte eigentlich zu den 7.-Klässlern. Ich wurde in der Zeit bis zur Oberstufe echt gemobbt, das „dicke Walross“ haben die mich genannt und mich sogar auf meinem nach Hause Weg verfolgt. Das war wirklich nicht schön. Aber dann in der Oberstufe, als ich auch schon älter war und etwas selbstbewusster, wurde es besser. Das ist ja auch so ein Alter, wo man sich mehr mit seinem Äußeren beschäftigt und sich mit Klamotten und Styles auseinander setzt. Ich brauchte einfach nur ein paar Jahre um mich zu finden. Aber jetzt bin ich sehr glücklich mit meiner Größe.

Was würdest du deinem früheren Ich oder anderen jungen großen Mädchen gerne sagen?

Sei stolz, Brust raus! Denn irgendwann dreht sich der Spieß um, alle anderen müssen Highheels tragen, um so groß sein zu dürfen.

Hast du dir die Sendungen hinterher angesehen? Wie war es für dich, dich selbst im Fernsehen zu sehen?

Ja klar, mit meiner Familie zusammen, mit den anderen Kandidatinnen habe ich parallel dazu in unserer Whats-App Gruppe geschrieben. Ich bin insgesamt zufrieden, wie ich rüberkomme. Am meisten Angst hatte ich beim Drehen ja vor dem Lauf auf dem Catwalk am Ende. Vor allem übt man das ja auch einige Male, dann wird hier und dort noch an dir rumgezupft. Als es dann soweit war, war ich schon eine gefühlte Stunde auf den hohen Schuhen rumgelaufen und meine Füße taten weh und ich wußte gar nicht mehr, wie ich laufen und posieren sollte. Aber als ich mich dann in der Folge gesehen habe dachte ich: Wow, nicht schlecht!

Du warst schon irgendwie Guidos Liebling. Wie war das für dich?

Ich wurde ja auch gefragt, was mir wichtiger wäre, zu gewinnen oder Guidos Reaktion. Mir war es wirklich am wichtigsten, was Guido über mich sagt. Klar, die 1.000 Euro wären natürlich auch toll gewesen, aber das ist etwas, was mir immer in Erinnerung bleiben wird.
Es war auch so, dass mir an dem Tag, wo die Szenen von mir im Fitnessstudio gedreht worden, gesagt worden ist, dass Guido auch schon ein bisschen was über mich weiß und es auch beeindruckend fand, dass ich es geschafft habe so viel abzunehmen. Daher kam auch meine Kampfansage, die ich deswegen so formulieren sollte: Wenn ich es schaffe 70 kg abzunehmen, dann schaffe ich es auch Shopping Queen zu werden.
Als er dann ins Studio kam, hab ich gemerkt, dass er auch direkt nach mir geguckt hat. Danach konnten wir auch mit ihm reden und ihn anfassen und er war wirklich genauso wie man ihn im Fernsehen erlebt.

Was haben deine Freunde/Familie/Tochter dazu gesagt, dass du im Fernsehen bist?

Meine Tochter fand das toll. An dem Abend, an dem meine Folge lief, bin ich mit ihr zum St. Martinszug gegangen, da sind wir einer Freundin von ihr begegnet, die darf sonst nie Fernsehen gucken, aber da die Mutter auch eine Freundin von der Kandidatin Britta war, durfte sie die Folgen gucken. Als sie mich gesehen hat kam sie aufgeregt zu mir und wollte ein Autogramm, das war so süß!

Wurdest du denn schon auf der Straße erkannt?

Ja tatsächlich! Als ich auf dem Markt Obst und Gemüse einkaufen war, kam auch eine Frau auf mich zu und fragte mich, ob ich nicht bei Shopping Queen mitgemacht hätte. Und auf der Straße habe ich schon das Gefühl ein paar Blicke erhascht zu haben, die gucken dann, sagen aber nichts. Auch wenn man bei Instagram unter dem Hashtag Shoppingqueen sucht, findet man Bilder, von Leuten die ein Stück Kuchen in die Kamera halten und im Hintergrund sieht man mich im Shopping-Queen-Mobil sitzen, das ist schon komisch (lacht).

Gab es Reaktionen in den sozialen Netzwerken?

Ja, ich hab mir das natürlich angeguckt, was die Leute da zu mir und den anderen schreiben (lacht). Ich bin da eigentlich ganz gut weggekommen, ich hab mir aber auch von Anfang an gedacht, dass ich auffallen werde. Auf Facebook gab es viele nicht so nette Kommentare zu Leonie und Britta, was mir total leid tut, da beide super nett sind und man im Fernsehen auch manchmal anders rüberkommt als man ist. Aber in der Schule wird die Britta total gefeiert, sogar ehemalige Schüler kommen vorbei, nur um sie zu sehen!

Wie würdest du die ganze Erfahrung zusammenfassen?

Insgesamt war es eine wirklich gute Erfahrung. Es hat mich gestärkt, zu sehen wie ich für andere rüberkomme. Mein Fazit ist: es ist alles gut so, ich bin zufrieden. Gerade die Schnitte, bei denen ich mir Sorgen gemacht habe und dachte, die sind bestimmt blöd, waren gerade gut und authentisch. Außerdem habe ich viele tolle Menschen kennengelernt, besonders die Britta, mit der ich mich nach wenigen Tagen so unterhalten habe, als würden wir uns schon ewig kennen.

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