Schon wieder so ein Tag: Du hängst zu Hause rum. Eigentlich würdest du gerne skaten gehen, aber es gibt keinen Skatepark. Vor der Tür vertreibt dich eine Nachbarin, weil dein Skateboard zu laut ist. Und der Bus in die nächste größere Stadt fährt auch nicht oft genug. Du denkst, du kannst nichts tun. Aber warte mal! Du kannst was tun und zwar: dich beteiligen. Jugendbeteiligung, oder auch Jugendpartizipation genannt, ist weiter verbreitet, als du denkst. Egal ob du in der Schülervertretung, einem Verein oder bei einem Jugendtreff aktiv bist – du kannst dich beteiligen.

Warum ist Jugendbeteiligung wichtig?

Jugendbeteiligung ist so wichtig, weil nicht immer so entschieden wird, dass es den Jugendlichen gerecht wird. Jugendliche sollen ihre Meinung sagen, wenn ein Projekt sie betrifft. Das hat auch die UNO erkannt und in der „Kinderrechtskonvention“ im Jahr 1989 beschlossen, dass alle Kinder und Jugendliche ein Recht auf Meinungsfreiheit, Beteiligung und Versammlungsrecht haben.
Wem bringt Jugendbeteiligung was? Allen. Du setzt dich mit Themen auseinander, suchst Argumente, um deine Wünsche wahr werden zu lassen, und entwickelst dich selbst weiter. Du stehst für viele, dir wird Verantwortung übertragen und du wächst daran! Politiker und andere Erwachsene befassen sich mit deinen Vorstellungen und Ideen. Sie werden mit Sichtweisen konfrontiert, die sie vielleicht nicht mitbedacht haben.
Bring dich ein und bestimme mit –  in der eigenen Stadt, in der Schule oder im Verein.
Eine Möglichkeit ist, in deiner Heimatstadt mitzureden. Ein Beispiel: Deine Stadt plant die Umgestaltung eines Parks. Bisher war in diesem Park nichts für Jugendliche, auch in den neuen Plänen: nichts. Du kannst als Bürger deine Meinung sagen, die Politik auffordern, eine Skatebahn, Fußballtore, eine Grillhütte oder einen Trimm-dich-Pfad in die Planung mitaufzunehmen. Je mehr Leute deiner Meinung sind, desto besser: Zusammen mit einigen Unterstützern kannst du viel erreichen.
Du kannst dich auch in der Schule engagieren. Als Schülervertreter setzt du dich für die SchülerInnen ein. Auch hier ein Beispiel: Es wird geplant, die Zeiten für den Unterricht anders zu legen, die 8. Stunde endet dann um 16:00 Uhr statt wie sonst um 15:00 Uhr. Das ist ein Problem für viele, denn die Busse sind auf die Schlusszeiten angepasst. Einige von euch besuchen die Musikschule und machen Sport in Vereinen, deren Trainingszeiten dann nicht mehr optimal liegen, weil einige Personen dann noch in der Schule sind. Hier kannst du dich einbringen: Mach was, sag was! Vertritt deine MitschülerInnen!

Du kannst dich noch an vielen anderen Stellen beteiligen: Organisationen und Vereine wie das Rote Kreuz, Viva con Agua, die freiwillige Feuerwehr, Jugendtreffs und auch Parteien freuen sich über dein Engagement! Wenn du etwas Eigenes, aber auch Gemeinsames starten willst, dann suche dir Mitstreiter, die dein Vorhaben unterstützen. Geld dafür gibt es auch, zum Beispiel von der Jugendbank in der StädteRegion Aachen.
Ja, Jugendbeteiligung ist mit Arbeit verbunden. Aber sie ist wichtig. Die Welt sähe ohne Jugendbeteiligung ganz anders aus, besonders für uns Jugendliche. Deswegen lasst uns diese Chance nutzen!

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Das geht! in Roetgen
1. Roetgener Jugendversammlung am 28. April 2016
Jugendliche in Roetgen wollen mehr mitbestimmen. Die Gemeinde Roetgen will ihnen mehr Mitbestimmungsrecht geben. Perfekte Voraussetzungen für einen Dialog zwischen Jugend und Politik. Deswegen lädt Bürgermeister Jorma Klauss am 28. April um 17:00 Uhr alle Roetgener Jugendlichen ein, um mitzureden und mitzuplanen: Wie soll Jugendbeteiligung in Roetgen künftig aussehen?

Mehr Informationen gibt es in Kürze hier: www.dasgeht.de

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Aktuelle Beispiele Thema Skaten:
– Das Foto zeigt die neue Skateranlage, die in Eigenregie auf dem Gelände des ehemaligen Moltkebahnhofes entstehen soll.
Infos: www.dreamforest.de

– In Würselen wurde im Stadtgarten eine neue Skateranlage gebaut. Auch hier waren Jugendliche bei der Planung beteiligt.

– Auch im Südviertel soll im Park am Hangeweiher oder im Park des alten Klinikums eine Möglichkeit für Skater geschaffen werden. Jugendliche haben dies initiiert; bisher noch ohne Erfolg. Die letzte Rückmeldung war, dass sie seitens der Stadtverwaltung vier Jahre warten müssen, bis dies Anliegen weiter besprochen werden kann. Nun werden alternative Lösungen gesucht.

Foto: Birgit Franchy