Anstatt zu Spraydosen greifen viele Künstler neuerdings zum Klebeband. Diese Kunstrichtung heißt Tape Art. Gerade bei den jüngeren Künstlern ist sie sehr beliebt, da sie selbst für „Unkreative“ schnell erlernbar ist und man einfach alles damit machen und sie unterschiedlich nutzen kann. Diese Kunstart entstand in der Street-Art-Szene in den 90er Jahren als Kunstaktion im öffentlichen Raum. Es gibt keine Regeln, man fängt einfach mit einem Motiv an, das einem gefällt. Dabei klebt man ein Bild mit Klebestreifen zusammen, wobei aber zu beachten ist, dass es nur gerade Linien gibt und man Einzelheiten vermeiden sollte. Man kann jeden Klebestreifen einfach ab- und wieder dranmachen, bis man zufrieden ist, und das Bild hält lange. Doch Tape Art ist nur legal, solange man sie wieder entfernen kann. Für Tape Art gilt dasselbe wie für Graffiti – man darf sie nicht einfach irgendwo anbringen, wo man will. Doch einige Nachteile hat das Tapen schon, denn es entstehen nicht nur enorme Müllberge aus den Überresten der Tapes, sondern auch bei Dreck und Nässe, da sich dann die Tapes sehr schnell lösen. Und dann bleibt die Frage: Wer räumt den Dreck weg?

Dazu ist es einfacher und billiger, das gewünschte Motiv zu malen, da es nur in ausgesuchen Shops und im Internet eine große Farbauswahl bei Tapes gibt und nicht alle Strichstärken vorhanden sind. Doch trotz dieser Nachteile lässt sich das Tape immer noch leichter entfernen als ein Graffiti. Ob an einem Stromkasten, auf der Straße oder auf einer Leinwand – es haftet überall. Tapen macht dazu noch einen riesigen Spaß, den man sich nicht entgehen lassen sollte. In Berlin wird es momentan zunehmend populärer, da dort auch verschiedene Wettbewerbe steigen und man dort das größte Tape-Art-Werk der Welt betrachten kann. Tape Art kann man vor allem auf den Straßen sehen, da viele Künstler der Meinung sind, dass Kunst nicht nur in Galerien zu sehen sein sollte, sondern gerade in der Öffentlichkeit, wo man sie jeden Tag sehen kann.

Links zu ein paar herausragenden Künstlern:
www.klebebande-berlin.com
www.maxzorn.com

DIY – Tape art ausprobiert

Nachdem wir uns so lange mit Street Art befasst haben, wollten wir selber mal was ausprobieren. Ein Redaktionsfenster sollte mit Tape Art beklebt werden.
von // Lara Wyen und Luzia Borgmann

Wir haben uns für ein Flamingomotiv entschieden. (Du kannst etwas ausdrucken oder irgendeine Vorlage nehmen, die dir gefällt, oder etwas selber zeichnen). Im Copyshop haben wir das Bild noch vergrößert.

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Im Internet haben wir farbiges Klebeband bestellt. Samy vom Klebeland in Berlin hat uns Profigewebeband empfohlen. Das gibt es in verschiedenen Stärken. Nehmt euch eine Schere dazu, um das Band zu schneiden. Man kann es auch reißen, aber das ist auf Dauer unangenehm.
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Das Fenster muss sauber sein, dann hält alles besser.
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Fenster zu bekleben ist besonders einfach, denn man kann das Motiv einfach hinter die Scheibe kleben.
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Als der Flamingo fertig ist, haben wir die Idee, noch einen spiegelverkehrt aufzubringen.
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Damit das Motiv auch von draußen gut aussieht, kleben wir es von der Rückseite nochmal.
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Wir haben keine 1,5 Stunden gebraucht und kleben aus der Hand noch schnell eine coole Palme dazu! Das hat echt viel besser geklappt, als wir dachten!
Versucht es doch auch und mailt eure Motive an redaktion@a52magazin.de
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