Beruflich mit Tieren arbeiten – das ist eine Traumvorstellung für alle Tierliebhaber. Dabei sollte man sich jedoch gut informieren, was wirklich auf einen zukommt. Die Liebe zu den Vierbeinern allein ist oft nicht ausreichend. Steffi Baum, Tierpflegerin und Ausbilderin im Tierheim Aachen, weiß, was einen guten Tierpfleger ausmacht, und erzählt von ihrem Berufsalltag.

Die Ausbildung zum Tierpfleger bzw. zur Tierpflegerin wird in drei Fachrichtungen unterschieden: Tierheim/Tierpension, Forschung/Klinik und Zoo. Bei allen Richtungen stehen die Versorgung und Betreuung von Tieren und die Reinigung ihrer Gehege im Vordergrund. In den ersten zwei Jahren sind die Inhalte der Ausbildung gleich. Erst im dritten Jahr erfolgt die Spezialisierung. Je nach Fachrichtung kümmert man sich um Haustiere, Versuchstiere oder wilde Tieren.
Im Tierheim dreht sich alles um die Unterbringung und Versorgung von abgegebenen und ausgesetzten Tieren, darunter insbesondere Hunde, Katzen und Kleintiere. „Hauptbeschäftigung eines Tierpflegers sind Reinigungsarbeiten, die etwa drei Viertel des Tages in Anspruch nehmen, sowie die Fütterung und Verabreichung von Medikamenten“, beschreibt Steffi Baum ihren Tagesablauf. „Zudem natürlich die Vermittlung der Tiere.“ Hierzu beurteilen Tierpfleger den Charakter ihrer Schützlinge und beraten Besucher, die an einer Adoption interessiert sind. Dabei ist vor allem eine gute Menschenkenntnis gefragt, so dass das richtige Tier-Mensch-Team zusammenfindet. „Oft höre ich, dass die Bewerber keine Lust auf die Arbeit mit Menschen haben und deshalb etwas mit Tieren machen möchten“, so Steffi Baum. „Man arbeitet als Tierpfleger aber auch mit Menschen und muss diese gut einschätzen können, um zu entscheiden, ob Tier und Mensch zusammenpassen.“

tierheim2Darüber hinaus sollte man sich bewusst sein, dass Überstunden sowie das Arbeiten am Wochenende und an Feiertagen zum Job dazugehören, da sich die Bedürfnisse der Tiere nach keinem Kalender richten. Für Spaziergänge und Fellpflege bleibt im Berufsalltag nur wenig Zeit, weshalb viele Tierheime hierfür auf ehrenamtliche Helfer setzen. Doch auch wenn der Beruf seine Schattenseiten hat, bleibt er für Steffi Baum trotzdem ein Traumjob. „Man kann Tieren helfen und hat einfach ein gutes Gefühl bei der Arbeit“, erzählt sie. „Vor allem wenn Tiere vermittelt werden, die schwieriger sind und eine lange Zeit im Tierheim gelebt haben.“

Hast du Interesse an einer Ausbildung zum Tierheim-Tierpfleger? Neben einem Gespür für Tiere solltest du insbesondere Verantwortungsbewusstsein und Einfühlungsvermögen mitbringen sowie gute Schulnoten in Mathe und Deutsch. Zusätzlich sind körperliche Belastbarkeit und seelische Stabilität wichtig, da du während der Arbeit auch mit kranken oder traumatisierten Tieren in Kontakt kommst. Manche Tiere bleiben bis zu ihrem Lebensende im Tierheim, andere sind schwer krank, so dass sie eingeschläfert werden müssen. Hier muss man lernen, abzuschalten und das Berufliche nicht mit nach Hause zu nehmen.