Ich wurde als Veganer schon oft mit dem Argument „Unsere Vorfahren haben auch Fleisch und Käse gegessen, wieso sollte man also damit aufhören?“ konfrontiert. Von dem Argument, dass man Traditionen auch in Frage stellen und sie gegebenenfalls ändern sollte, sind die Menschen, die dieses Argument vorbringen, meist kaum zu überzeugen. Deshalb habe ich für diesen Artikel die Geschichte der vegetarischen und veganen Ernährung recherchiert. Der Trend zu einer rein pflanzlichen Ernährung ist nämlich älter, als die meisten vielleicht annehmen.

Ich wurde als Veganer schon oft mit dem Argument „Unsere Vorfahren haben auch Fleisch und Käse gegessen, wieso sollte man also damit aufhören?“ konfrontiert. Von dem Argument, dass man Traditionen auch in Frage stellen und sie gegebenenfalls ändern sollte, sind die Menschen, die dieses Argument vorbringen, meist kaum zu überzeugen. Deshalb habe ich für diesen Artikel die Geschichte der vegetarischen und veganen Ernährung recherchiert. Der Trend zu einer rein pflanzlichen Ernährung ist nämlich älter, als die meisten vielleicht annehmen.

Der Mensch: Ein Allesfresser

Grundsätzlich ist der Mensch ein Allesfresser. Deshalb kann jeder Mensch, der genügend Nahrung zur Verfügung hat, für sich entscheiden, ob er sich omnivor (mit Fleisch und anderen tierischen Produkten), vegetarisch (ohne Fleisch) oder vegan (ohne Fleisch und andere tierische Produkte) ernährt. Deshalb ist es nur schwer möglich, genau herauszufinden, wann die ersten Menschen vegan lebten.
Fest steht allerdings, dass schon Pythagoras (um 582-496 v. Chr.) und die Angehörigen seiner Schule, die Pythagoreer, vegetarisch lebten. Ungefähr zur gleichen Zeit lebte Buddha, der seinen Anhängern eine vegane Ernährung empfahl, da im buddhistischen Glauben alle Tiere als zum Menschen gleichwertige Lebewesen gesehen werden. In der frühen Neuzeit waren berühmte Vertreter des Vegetarismus Leonardo da Vinci, Pierre Gassendi und Thomas Tryon. Dennoch setzte sich der Trend nicht durch. Immanuel Kant beispielsweise lehnte die ethische Verpflichtung gegenüber Tieren grundsätzlich ab. So blieben es eher Einzelpersonen, die sich vegetarisch oder vegan ernährten. Der erste vegane Verbund aus Europa ist die „Vegan Society“, die 1944 in Großbritannien gegründet wurde und damit letztes Jahr bereits ihr 70-jähriges Jubiläum gefeiert hat. Dieser Verbund führte auch den Begriff „vegan“ ein, welcher eine Ernährungsweise beschreibt, in der auf jegliche tierische Produkte verzichtet wird.
Im Jahr 2001, auf dem Höhepunkt der BSE-Krise, wurde der höchste Prozentsatz an vegetarisch lebenden Menschen in Deutschland verzeichnet. Kurz nach Bekanntwerden der ersten BSE-Fälle ernährte sich etwa 15 % der Bevölkerung vegetarisch. In den Folgejahren waren die Zahlen jedoch leicht rückläufig und zum Teil schwankend. Mittlerweile verstärkt sich der Trend wieder: Nach Angaben des VEBU (Vegetarierbund) leben in Deutschland etwa 7,8 Millionen Menschen (das sind etwa 10 %) vegetarisch und 900.000 Menschen vegan (Stand: Anfang 2015). Eine andere Studie der Universitäten Göttingen und Hohenheim kommt allerdings nur zu etwa halb so hohen Werten. Weltweit ist Indien mit etwa 40 % das Land mit dem größten Anteil an Vegetariern. In der westlichen Welt wird der Trend zum Vegetarismus heute unter anderem von Prominenten wie Bill Clinton und Alicia Silverstone unterstützt.
Vielleicht kann die Information, dass schon Pythagoras und Leonardo da Vinci vegetarisch lebten, auch Menschen überzeugen, die aus Tradition Fleisch essen. Ich werde es auf jeden Fall ausprobieren, wenn ich das nächste Mal mit dem Argument konfrontiert werde.

www.vegansociety.com
www.wikipedia.org
www.vebu.de
de.statista.com
www.uni-hohenheim.de (PDF)
www.huffingtonpost.com

Vegetarisch ist nicht gleich vegetarisch

– Pescetarisch: kein Fleisch
– Ovo-lakto-vegetarisch: kein Fleisch und Fisch
– Lakto-vegetarisch: kein Fleisch, Fisch und keine Eier
– Ovo-vegetarisch: kein Fleisch, Fisch, keine Milch und Milchprodukte
– Vegan: keine tierischen Produkte (also: kein Fleisch, Fisch, keine Milch, Milchprodukte, keine Eier und meist auch kein Honig. Viele Veganer tragen zudem kein Leder, keine Wolle und keine Seide)

Vegane Kosmetik und die Veganblume

Nicht nur unser Essen kann vegan sein, sondern auch unsere Kosmetik. Mit veganer Kosmetik kann jeder mit geringem Aufwand etwas zum Tierschutz beitragen. Deshalb greifen immer mehr Leute zu veganen Kosmetikprodukten.
Das zuverlässigste Label für vegane Lebensmittel und Kosmetik ist die Veganblume. Sie wird von der Vegan Society aus England vergeben, und die Produkte werden jährlich überprüft. Das Label garantiert sowohl, dass die Produkte keine tierischen Bestandteile enthalten als auch, dass keine Tierversuche für das Produkt durchgeführt wurden.
www.vebu.de