Gunilla aus Aachen hat es ausprobiert: Sie macht ihr FSJ auf Schloss Klaus

Sich bewusst für Gott entscheiden: Machen das überhaupt noch junge Leute? Gunilla Kaibel aus Aachen sagt: Ja, natürlich! Man muss es nur richtig anstellen. Sie entschloss sich, nach dem Abitur ein Jahr auf Schloss Klaus in Österreich zu leben, um bewusst Zeit mit Gott zu verbringen.

Schloss Klaus ist ein internationales christliches Jugend- und Bildungszentrum in Österreich, in dem Freizeiten für alle Altersgruppen stattfinden. Nicht nur Kinder und Jugendliche können dort ein paar Tage zum Beispiel bei Konfirmationsfahrten verbringen, sondern auch viele Erwachsene und Senioren kommen hier zusammen. Gunilla ist mit sieben anderen Freiwilligen dort und unterstützt in ihrem Jahr das Kinder- und Jugendteam, indem sie bei Freizeiten dabei ist und diese mitgestaltet, und unterstützt bzw. leitet Kindergruppen und Jugendkreise in der Umgebung. Von Konfirmationsgruppen und Schulklassen bis zu bunt gemischten Gruppen wie Familien treffen ganz verschiedene Menschen aufeinander. Dabei lernt sie immer wieder neue Menschen kennen, die ihren Glauben teilen. Sie organisiert Programmpunkte wie Spiele, Bastelstunden und Andachten oder gibt Workshops.
Außerdem unterstützt das Schloss einige Missions- und Hilfsprojekte in Ländern wie in Indien, im Sudan oder in Albanien. Auch diakonischer Arbeit für Menschen mit Beeinträchtigungen widmet sich das Schloss-team. Besonders spannend fand Gunilla die Bibelschule, an der sie eine Woche lang teilgenommen hat. Hier leben hauptsächlich junge Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren für eine gewisse Zeit zusammen und lernen in dieser Zeit mehr über die Bibel und den Glauben. Teilnehmer absolvieren ein oder zwei je dreimonatige Semester, die sie häufig zwischen Schule und Ausbildung bzw. Studium einschieben – oder auch danach, bevor sie ins Berufsleben eintreten. Jede Woche wird hier ein Thema, meist ist das ein Buch aus der Bibel, behandelt. „Es war total cool, zu sehen, was alles in Bibeltexten steckt und wie zusammenhängend und vernetzt die ganze Bibel ist“, erzählt Gunilla.
Stichwort cool: Mit Glaube oder auch Religion verbinden viele Menschen verstaubte Bücher und trockenes Lernen. Gunilla sieht das ganz anders. Ihr ist wichtig, zwischen Glaube und Religion einerseits und Kirche andererseits zu unterscheiden. „Ich denke, viele Kirchen sind ,uncool‘ geworden, da oft zu sehr an Traditionen und Gewohnheiten festgehalten wird. Das ist aber etwas anderes als der Glaube. Es ist nicht ,cool‘ oder ,uncool‘ zu glauben“, meint die 18-Jährige. Auf dem Schloss wird genau da angesetzt. Es wird vorgelebt, dass Glaube nichts Altmodisches, Langweiliges oder Einschränkendes ist. „Hier wird ermutigt und gezeigt, wie praktischer und zeitgemäßer Glaube aussehen kann“, so beschreibt es Gunilla. Denn die Teilnehmer der Fahrten, die Gunilla betreut, bekommen hier viel geboten. Das Rahmenprogramm wie Foto-Workshops oder Theaterstücke ist bunt gemischt, und für jeden ist etwas dabei. Aber die inhaltliche und geistliche Idee dahinter spielt eine große Rolle, und es ist wichtig, dass die Teilnehmer der Freizeiten etwas für ihren Glauben mitnehmen können.

Das griechische Wort für „Glaube“ in der Bibel bedeutet übrigens nicht „nicht wissen“, sondern „sein Leben daran hängen“. Von etwas überzeugt sein und auf etwas vertrauen – das ist Gunilla in ihrem Glauben sehr wichtig. Daher hat sie sich bewusst für das Jahr auf dem Schloss entschieden, wo sie mit vielen anderen ihre Überzeugung teilt und sich darin bestärkt sieht. Zeit mit Gott wird ganz bewusst unterstützt, zum Beispiel durch eine medienfreie Woche, die die Abiturientin als sehr intensiv erlebt hat. Aber nicht nur über ihren Glauben lernt sie etwas, sondern auch über sich selbst und ihre Stärken. „Ich versuche bewusst, jeden Tag Zeit mit Gott zu verbringen.“ Das heißt konkret: in der Bibel lesen und beten. Dass das nicht immer so klappt, wie man sich wünscht, ist ganz normal. „Ich habe natürlich auch ab und zu Zweifel und mich schon häufiger in meinem Leben wieder von Gott entfernt. Aber ich merke auch, wie Gott mich immer wieder durch Personen, Situationen und Erlebnisse zu sich gebracht habe. Vor allem die Zeit auf dem Schloss ist total wertvoll für mich.“ Gunilla hofft, dass mehr junge Leute offen dem Glauben gegenüber sind und bereit sind, sich damit zu beschäftigen. Dazu gehören dann auch Fragen, die man eben nicht beantworten kann. Wichtig ist nur, dass man sie stellt.

Kontaktadresse des Schlosses:
Missionsgemeinschaft der Fackelträger Schloss Klaus
Klaus 16, 4564 Klaus a. d. Pyhrnbahn,
Österreich, +43 7585 441
www.schlossklaus.at